Geschichte der Wehr


Geschichte der Feuerwehr Dalldorf-Grabau




Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dalldorf-Grabau könnte man kurz fassen. Sie entstand durch die Fusion der Freiwilligen Feuerwehren Dalldorf und Grabau am 28. August 2000. Aber so einfach machen wir es uns dann doch nicht. Immerhin gab es fast ein ganzes Jahrhundert zwei eigenständige Ortsfeuerwehren. Über deren Entstehung und Werdegang möchten wir hier berichten.




Die Feuerwehr Grabau




1845 findet sich ein erstes Schreiben über eine Feuerlöschkontrolle in Grabau, durchgeführt vom Vogt von Könau. Am 27. August erfolgte die Gründung der Feuerwehr. 1935 wurde dann der Zusammenschluss der Feuerwehren Grabau und Dalldorf angeordnet. Mit dem Bau des Wasserwerkes 1947 erfolgte die Trennung, Grabau erhält wieder eine eigenständige Feuerwehr. Auf Druck der Kommune wurde 1985 dann erstmals an den Gemeindewettkämpfen teilgenommen. Grabau erhielt sein erstes Feuerwehrfahrzeug, ein TSA zum Anhängen an den Traktor.

Ortsbrandmeister waren:

Heinrich Kahlstorf

Friedrich Eggers

Friedhelm Schulz




Die Feuerwehr Dalldorf




Die Freiwillige Feuerwehr Dalldorf wurde im Mai 1935 gegründet. Hervorgegangen ist sie aus der Pflichtfeuerwehr, die es in Dalldorf seit dem Jahre 1905 gab. Zu dieser gehörten 26 Männer, die über eine Handruckspritze, vier Uniformen und eine im selben Jahr im Ortskern angelegte Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Litern Wasser verfügte. Wehrführer war Hermann Lenz.

Am 18 Mai 1935, halten die Mitglieder ihre erste Sitzung ab. Auf dieser Sitzung - 35 Mitglieder sind erschienen - werden der künftige Dienst festgelegt und die Satzung bekannt gegeben, die in einer vorausgegangenen Versammlung am 13.04.1935 beschlossen und vom Landrat des Kreises Uelzen mit Schreiben vom 15.05.1935 genehmigt worden war.

Auf dieser Dienstversammlung wird festgelegt, dass jede Woche einmal abends Dienst durchgeführt wird, dass Zuspätkommen mit 25 Pfennigen und Nichterscheinen mit 50 Pfennigen Strafe belegt werden sollen. Der erste Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Dalldorf findet laut Protokoll am 22. Mai 1935 statt. Zu Hornisten, den "Feuermeldern", werden bestimmt in Dalldorf Walter Gahrens, in Dallahn Friedrich Misselhorn, in Grabau Friedrich Behns, in Meuschließen Rudolf Burmester.



Zu der damaligen Zeit wurde großer Wert auf das Exerzieren in den Gruppen gelegt. Zur Veranschaulichung des Wortes Exerzieren mag folgender Auszug aus der "Dienstanweisung für den Fußdienst der Feuerwehr" aus dem Jahre 1936 entnommen werden, wo es beispielsweise heißt: "Laufen. Marsch, marsch! Der einzelne Mann läuft so schnell wie möglich. Das Laufen erfolgt auf den Ballen der Füße und nicht auf den Fersen. Der Mund wird geschlossen und die Arme angewinkelt gehalten." "An den Führer der Freiwilligen Feuerwehr in Dalldorf" ergeht am 26. Mai 1936 ein Schreiben des Landrats, in dem es heißt: "Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesens vom 15.12.1933 werden die Gemeinden Dalldorf mit St. Omer, Dallahn, Meuschließen und Grabau zu einem Feuerlöschverbande mit dem Sitz in Dalldorf zusammengeschlossen. Der Zweck des Zusammenschlusses ist die gemeinsame Beschaffung und Unterhaltung der für die Feuerwehren erforderlichen Löschgerätschaften, Ausrüstungstücke, Alarmeinrichtungen, Wasserentnahmestellen und Gerätehäuser".

Die Zusammenfassung dieser Ortschaften ermöglichte es, die Wehr Mannschaftsmäßig mit 48 Aktiven zu einer der stärksten im Kreise zu machen. Der Übergang von der Pflichtfeuerwehr zur Freiwilligen erfolgte damals auf Grund einer Auflage der Regierung, die mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht den Gemeinden die Gründung Freiwilliger Feuerwehren auftrug.

Zum ersten Wehrführer wurde Landwirt Georg Thies aus Meuschließen gewählt. Neben einigen wenigen alten Uniformen, Spaten, Beilen und Äxten wurden von der Pflichtfeuerwehr eine Handdruckspritze und ein Gerätehaus übernommen, dass durch eine Schlauchtrocknungsanlage vervollkommt wurde.



Zur Ausrüstung der Wehrmänner wurden neben Stahlhelmen und Schlauchmaterial 45 neue Uniformen angeschafft. In die Wehrführung kamen neben dem Gemeindebrandmeister Thies Gastwirt Richard Ludolphs als erster und Landwirt Heinrich Kahlstorf aus Grabau als zweiter Löschmeister. Ihre Feuerwehrtaufe erfuhr die neue Wehr 1938 bei dem Scheunenbrand des Landwirts Kaiser in Grabau. Dieser Brand, der auf Brandstiftung zurückzuführen war und die Überführung eines dreifachen Mörders im Gefolge hatte, stellte an die Männer der Wehr große Anforderungen; denn die Scheune brannte lichterloh, und das Feuer bedrohte die zahlreichen Haus- und Wirtschaftsgebäude der Höfe Kaiser und Kahlstorf. Den Wehrmännern gelang es, ein Übergreifen des Feuers zu verhindern.

Nachfolger von Georg Thies war Ende 1935 Richard Ludolphs aus Dalldorf geworden.

Im 2. Weltkrieg bewährte sich die Wehr bei zahlreichen Katastropheneinsätzen, obwohl der größte Teil der Wehrmitglieder nicht in der Heimat war. Während dieser Zeit war die Einsatzbereitschaft der Wehr in vorbildlicher Weise von den daheimgebliebenen „Alten“ aufrechterhalten worden.

Gleich nach dem Kriege begann man in Dalldorf damit, die Löschverhältnisse zu verbessern. Es wurden zwei Bohrbrunnen angelegt und die alte, inzwischen versandete Zisterne gereinigt. 1948 übernahm Wilhelm Schlademann die Führung der Wehr, da Richard Ludolphs aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage war.



1949 wurden mit einer TS 8 die erste Motorspritze und ein gebrauchter Motorwagen angeschafft. Um diese Zeit begann die Wehr erfolgreich ihre Wettkampftätigkeit.

In dieser Zeit war das Exerzieren, das im Dritten Reich Vorrang gehabt hatte, bereits immer mehr in den Hintergrund getreten. An seine Stelle trat die gründliche Ausbildung an den Geräten. Diese wichtige Ausbildungsarbeit wurde in Dalldorf von Oberlöschmeister Hermann Leufert versehen, der mit 16 Jahren der jüngste Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr war. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass die Gruppen- und Ausbildungsarbeit in Dalldorf in Angriff genommen und dann auch über weitere Jahre hinweg aufrechterhalten wurde, bis mit Beginn der 60er Jahre nach Absolvierung von Führungslehrgängen an der Landesfeuerwehrschule in Celle andere Männer seine Arbeit fortführen konnten. 1962 wurden aus den vorhandenen und neuhinzugekommenen Wehrkameraden zwei Gruppen gebildet, die von den Oberlöschmeistern Rudi Teichmann und Hans Meyer-Teelen geführt wurden.

1952 wurde in Dalldorf eine Sirene installiert. Nach Meuschließen und Satkau mussten Alarmmeldungen weiterhin „per Telefon oder Motorrad“ vermittelt werden. Eine günstige Gelegenheit brachte es im Jahre 1959 überraschend mit sich, dass sich die Wehr ein gebrauchtes LF 8-Fahrzeug anschaffen konnte, das wegen finanzieller „Flaute“ in der Gemeindekasse von Schmiedemeister Bergmann vorfinanziert wurde. Dieses Löschfahrzeug entsprach allen Anforderungen und war der Stolz im Löschverband. Das alte Fahrzeug konnte zu einem höheren Preis verkauft werden, als es drei Jahre zuvor gekauft worden war.



Das vermutlich 1906 erbaute Spritzenhaus wurde 1963 abgerissen. 1964 konnte das neue Gerätehaus seiner Bestimmung übergegeben werden. Das Gebäude wurde größtenteils von den Wehrmännern in Eigenleistung erstellt. Es ist großräumig und heizbar.

Im Mai 1972 war es soweit: Vor dem Gerätehaus war die gesamte Wehr angetreten, um die Übergabe des fabrikneuen LF 8-Fahrzeuges mit Vorbaupumpe an den Löschverband mitzuerleben. Bei dieser Gelegenheit unterstrich Kreisbrandmeister Eggers, dass die stete personelle Einsatzbereitschaft und nicht zuletzt die vorbildliche Aktivität gerade dieser Wehr den zuständigen Stellen nicht unbekannt gewesen seien. Für das großflächige Hinterland des Löschverbandes sei mit dem Erwerb dieses „modernen“ Fahrzeuges künftig der Feuerschutz gewährleistet, der mit dem alten Fahrzeug – immerhin Jahrgang 1942 – nicht mehr gegeben gewesen sei. Diese Anschaffung hatten nicht zuletzt auch die zum Löschverband gehörenden politischen Gemeinden Dalldorf/St. Omer, Meuschließen/Satkau und Dallahn mitfinanziert.

1979 wurde Hans Meyer-Teelen aus Dallahn zum Ortsbrandmeister gewählt, der sein Amt aber leider nur 2 Jahre bis 1981 ausführen konnte, weil er dann Gemeindebrandmeister wurde und leider nicht beide Ämter besetzen durfte.

Vom 17. Oktober 1981 an besetzte das Amt des Wehrführers dann Horst Reissdorf aus Dallahn.


1999 wurde das Fahrzeug im stolzen Alter von 27 Jahren, durch Eigenleistung der Kameraden, innerhalb von 4 Wochen komplett restauriert und wieder für den Verkehr und den Feuerwehr Einsatz fit gemacht.

Zur Jahrtausendwende begann auch eine neue zeit für unsere Wehr. Die beiden Feuerwehren Dalldorf und Grabau dachten über eine Fusion nach, die aufgrund stets leerer Gemeindekassen für das Feuerwehrwesen, das beste für beide Feuerwehren wäre.

Beide Feuerwehren haben in eigenen Versammlungen darüber beraten und anschließend beschlossen, das es zu einer Fusion beider Wehren kommen sollte.

Am 28. August 2000 war es dann soweit, es entstand die Gemeinsame Feuerwehr Dalldorf–Grabau. Ortsbrandmeister wurde Horst Reissdorf aus Dallahn, sein Stellvertreter Friedhelm Schulz aus Grabau.



Aus Altersgründen musste Horst Reissdorf sein Amt 2005 als Ortsbrandmeister aufgeben.

Am 29. November 2004 wurde auf einer außerordentlichen Sitzung unser neuer und jetziger Ortsbrandmeister Rainer Teichmann aus Dalldorf gewählt, am 02. Januar 2005 übernahm er die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Dalldorf–Grabau.

Die Dalldorf–Grabauer Wehr versucht stets, so oft wie möglich an Wettkämpfen innerhalb und außerhalb des Kreisgebietes teilzunehmen, wenn sich auch der erhoffte Erfolg nicht immer wie gewünscht einstellt. Ihre Mitglieder sind sich bewusst, dass Wettkämpfe nie Selbstzweck sein sollten, sondern vielmehr Mittel zum Zweck: zur Überprüfung und Stärkung der eigenen Schlagkraft, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Kameradschaft und Einsatz sind für die Männer dieser Wehr keine leeren Redewendungen. Das haben sie zur Genüge beim pflichtbewussten Dienst, aber auch bei geselligen Veranstaltungen unter Beweis gestellt. Nicht zuletzt gerade deswegen, haben sie es immer wieder gewagt, Feuerwehrfeste am Ort zu veranstalten und diese mit Bravour über die Bühne gebracht.